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Tommi Kindersoftwarepreis
Wolfsburg: Stadtbibliothek Wolfsburg - Zentralbibliothek im Alvar-Aalto-Kulturhaus

Interview mit Jana Schindler und Uwe Nüstedt

"Wir möchten als Bibliothek der Ort sein, an dem Kinder und Jugendliche, Eltern, Pädagogen und Bibliotheksmitarbeiter viel Raum fürs Spielen und Ausprobieren haben aber auch für den kritischen Umgang mit Konsolen- , Computer- und Onlinespielen."
Ihre persönliche Vision von Kind und Computer
Wenn Bibliotheken Kinder und Jugendliche ernst nehmen wollen, müssen sie sich mit ihrem Alltag und ihrem Mediennutzungsverhalten auseinandersetzen. Wir möchten als Bibliothek der Ort sein, an dem Kinder und Jugendliche, Eltern, Pädagogen und Bibliotheksmitarbeiter viel Raum fürs Spielen und Ausprobieren haben aber auch für den kritischen Umgang mit Konsolen- , Computer- und Onlinespielen.

Welche Probleme haben aus Ihrer Sicht Eltern und Pädagogen bei Computer- und Konsolenspielen?
Computer- und Konsolenspiele polarisieren, weil viele sie für die Wurzel allen Übels halten. Auch in Bibliotheken ist das teilweise noch der Fall. Im Grunde ist es wie bei jedem anderen Medium auch: ich kann Games kreativ mit dem Ziel einsetzen, spielerisch zu lernen oder aber auch destruktiv, dann ist es möglicherweise die Ursache von Fehlverhalten.  
Eltern, Pädagogen und Bibliotheksmitarbeiter sollten lernen, Ängste und Vorurteile im Umgang mit Konsolen-, Computer- und Onlinespielen abzubauen. Es geht nicht um Verbote, da wo uns Erwachsenen der Umgang mit bestimmten Games nicht passt, sondern vielmehr um die Weiterentwicklung der Medienkompetenz aller – auch der Erwachsenen, Pädagogen und Bibliotheksmitarbeiter. Bibliotheken bieten für diesen Lernprozess die beste Plattform, die man sich vorstellen kann.  

Welche Lösung können Sie als Bibliothek dazu anbieten?
Ob nun bei „Let’s play together“, einem FIFA Turnier mit „Retrogaming“, Minecraft-Wettbewerben oder dem mobilen Gaming-Einsatz bei Seniorennachmittagen - bei all diesen Formaten verfolgen wir das Ziel, dass Jung und Alt miteinander kommunizieren und kreativ werden. Die Bibliothek soll so zu einem Erlebnisort werden, an dem die Generationen möglichst gemeinsam und spielerisch Medienkompetenz entwickeln.

Welche Intension verfolgen Sie und Ihre Bibliothek als Partner beim TOMMI?
Spielen und Lernen sind kein Gegensatz. Das Spielen von Konsolen-, Computer- und Onlinespielen fördert zahlreiche Schlüsselqualifikationen wie das Wahrnehmungsvermögen, die Ausdrucksfähigkeit und Fantasie und unterstützt das Verständnis komplexer Systeme und die Entwicklung von strategischem Denken. Die Kinderjury des TOMMI entscheidet selbst, welche Spiele für sie interessant und empfehlenswert sind. Das geht nur durch die Bereitschaft zur Teamarbeit und zur Vernetzung untereinander. Dabei möchten wir die Kinder der Kinderjury unterstützen.

Welche Rolle haben Bibliotheken im Internetzeitalter?
Bibliotheken müssen in Bewegung bleiben. Wir orientieren uns an der Lebens- und Medienwirklichkeit der Menschen und beziehen sie aktiv bei der Weiterentwicklung unserer Angebote mit ein, um mit der jeweils „neuen“ Nutzergeneration mitzuwachsen. 

Haben Sie etwas Besonderes?
Der Austragungsort des TOMMI in Wolfsburg, die sog. Kunstecke der Zentralbibliothek im 1962 eröffneten Alvar-Aalto-Kulturhauses liegt mitten im Zentrum Wolfsburgs und wird jährlich von über 170.000 Menschen besucht und genutzt. Dies ist auch der Ort, an dem unser neuestes  Gamingformat „Let’s play together“ an jedem ersten Donnerstag im Monat stattfindet. Neben der Zentralbibliothek befinden sich noch eine Kinder- und Jugend- und eine Musikbibliothek mit im Haus.

Was wir noch sagen wollten
Kleine Medienexperten brauchen große Berater.


Stadtbibliothek Wolfsburg
Alvar-Aalto-Kulturhaus

Porschestr. 51
38440 Wolfsburg

Öffnungszeiten
Montag, Dienstag, Donnerstag, Freitag: 10 - 18 Uhr
Mittwoch und Samstag: 10 - 14 Uhr 


Die Stadtbibliothek Wolfsburg im Internet

 


03.06.14