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Tommi Kindersoftwarepreis
Prof. Dr. Stefan Aufenanger - AG Medienpädagogik, Johannes Gutenberg - Universität, Mainz


"Gute Software für Kinder sollte fordernd und fördern, Spiel und Lernen zugleich sein. Sie sollte die Kinder in ihrer Neugierde und Hang zum Lernen und Spielen ernst nehmen. Sie muss Spaß machen und in jenem Sinne anfordernd sein... "
Kind und Computer sind heute Alltag. Wie können Kinder vom Computer profitieren?
Der Computer bietet den Kindern die Möglichkeit, selbstständig sich Informationen anzueignen, zu kommunizieren und anspruchsvoll zu lernen. Nur wenn sie dafür notwendigen Kenntnisse und Kompetenzen haben, kann der Computer eine Bereicherung ihres Erfahrungsbereich sein. Dazu müssen sie jedoch Unterstützung von ihren Eltern, als auch von den Bildungsinstitutionen (z.B. Kindergarten, Schule) bekommen.

Welche Nachteile sehen Sie im Computer und was raten Sie Eltern?
Die Problembereiche in der Computernutzung liegen zum einem in der Zeit die damit verbracht wird. Sie muss so eingeteilt werden, dass andere Aktivitäten der Kinder nicht darunter leiden. Zum anderen sind es die Inhalte, die nicht immer kindgerecht sind. Hier sollten Eltern vor allem bei jüngeren Kinderimmer darauf achten, welche Seiten ihre Kinder anschauen.

Glauben Sie das wegen der vielen Computerspiele das Lesen verdrängt wird?
Neuere Studien zeigen, dass Kinder, die mit dem Computer arbeiten, öfter und häufiger lesen als Kinder, die weniger mit dem Computer zu tun haben. Auch ist das Lesen eine wesentliche Voraussetzung, um sich aktiv mit dem Angebot zu beschäftigen, denn Webseiten, E-Mails und Chatkontakte muss man lesen können, um damit etwas anzufangen.

Was zeichnet eine gute Software Ihrer Meinung nach aus?
Gute Software für Kinder sollte fordernd und fördernd, Spiel und Lernen zugleich sein. Sie sollte die Kinder in ihrer Neugierde und Hang zum Lernen und Spielen ernst nehmen. Sie muss Spaß machen und in jenem Sinne anfordernd sein, dass der Spaß und die Lust am Programm lange anhält. Gute Software muss auch nicht pädagogisch wertvoll sein, was manchmal langweilig ist, sondern die Kinder in ihrem Denken und Spielen herausfordern.

Wie können Eltern gute Software finden?
In vielen Computerzeitschriften und Softwareführer für Kinder gibt es gute Tipps für die Auswahl. Ergänzt sollte die Wahl durch Gespräch mit anderen Eltern, die schon Software für Kinder besitzen. Deren Erfahrung kann das eigene Urteil gut unterstützen. Und natürlich sollte man die Software auch selbst einmal ausprobieren, um zu sehen, ob das ausgewählte Spiel oder Edutainmentprogramm auch wirklich für das Kind geeignet ist und man für das Geld auch etwas geboten bekommt.

Warum sollten Kinder im Kindergartenalter am Computer sitzen? Welche Chancen und Möglichkeiten haben sie da?
Ich bin nicht der Meinung, dass Kindergartenkinder am Computer sitzen sollten. Das muss vielmehr eine freie Entscheidung der Kinder und der Eltern sein. Nur wenn die Computernutzung Spaß macht und damit auch etwas Spielerisches bzw. Kreatives gemacht wird, hat das Ganze einen Sinn. Je früher aber Kinder mit dem Computer pädagogisch begleitet Erfahrung machen können, desto eher können sie die entsprechende Medienkompetenz erwerben und dann auch selbstbewusst mit dem Computer umgehen.

Ihr erstes Computerspiel und Ihr Eindruck davon?
Mein erstes richtiges Computerspiel war Myst und ich habe es gemeinsam mit meinem damals 12 Jahre alten Sohn gespielt. Das war schon sehr gut gemacht und sehr anspruchsvoll.

01.09.13