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Tommi Kindersoftwarepreis
Freiburg: Stadtteilbibliothek Haslach

Interview mit Ludger Albrecht:

"Die Mitarbeiter der Bibliothek sind angehalten, sich weiter- und fortzubilden, sowie auch Experten wie die von der "ComputerSpielSchule Freiburg" in die Veranstaltungsarbeit einzubinden. Dies ist in Freiburg im Rahmen des Tommi geplant."

Stellen Sie Ihre Bibliothek in Worten und Fakten vor.

Die Stadtbibliothek Freiburg nimmt 2017 zum ersten Mal am Deutschen Kindersoftwarepreis teil, zunächst aber nur mit ihren drei verorteten Zweigstellen in den Stadtteilen Mooswald, Rieselfeld und Haslach. Alle drei Zweigstellen haben unterschiedliche Schwerpunkte, Ausrichtungen und Bestandsgrößen. Zwei von ihnen sind zugleich Stadteil- und Schulbibliotheken (Mooswald und Haslach), eine hat nur die Zielgruppe Kinder- und Jugend (Rieselfeld).

Welche Aktivitäten bietet Ihre Bibliothek an?

In der Leseförderung für Kindergärten/ -Tagesstätten und Schulen liegt einer der Schwerpunkte alle Zweigstellen, ebenso in Veranstaltungsarbeit und Bestandsaufbau für diese Zielgruppe, sowie für Eltern, für Fort- und Weiterbildung und Freizeitgestaltung. Ebenso sind Jugendliche im Fokus, speziell für die Vermittlung von Medienkompetenz mit neuen Medien. Vorreiter ist hierbei seit 2016, die Stadtteilbibliothek Haslach, mit der Durchführung eigener Game-Tester-Tage und einem regelmäßigen Gamer Treff mit einem dafür eigenen Konsolenpark. Im Rieselfeld gibt es einen eigenen Blog, der auch in Haslach noch 2017 startet, und in Mooswald und Rieselfeld einen Clever Touch.

Haben Sie etwas Besonderes?

In der Hauptstelle steht den Nutzerinnen und Nutzern auch ein 3D-Drucker zur Verfügung, und dort wie in Haslach wird die Nutzung einer VR Brille angeboten.

Welche Rolle spielen Ihrer Meinung nach Computer- und Konsolenspiele in der heutigen Kindheit?

Computer und Konsolen sind schon seit Jahrzehnten Teil der Freizeitgestaltung vieler, vor allem aber männlicher Kinder und Jugendlicher. Nur sind sie als Medium noch nicht so lange in den Bibliotheken angekommen. Leider gibt es aktuell sogar einen Umbruch diesbezüglich, da viele Spielehersteller nur noch Spiele mit Accountbindung anbieten, die auch für Bibliotheken praktisch nicht mehr verleihbar sind. Auch Onlinegames,  Social Media und Updatezwang sind neue Voraussetzungen, an die Bibliotheken ihr Angebot anpassen müssen: durch mehr und bessere Geräte, Aufenthaltsqualität und den eigenen Einstieg in die vernetzte Welt der Zielgruppe, z.B. durch Workshops für Blogerstellung, Podcast oder Lets Plays. Gerade durch Social Media oder Gruppen-Spiele wie SingStar bietet sich eine Möglichkeit, Mädchen in die Bibliothek und für die Auseinandersetzung mit dem Medium zu gewinnen, das auch ihre Welt immer stärker beeinflusst, sie damit besser vertraut und kompetenter zu machen.

Welche gängigen Probleme haben aus Ihrer Sicht Eltern und Pädagogen mit Computer- und Konsolenspielen?

Sie ignorieren oft die Tatsache, dass die Kinder sich ganz selbstverständlich zu dieser Freizeitbeschäftigung hingezogen fühlen. Wie auch in der Vergangenheit z.B. bei Comics oder Videos, ist es die Pflicht von Eltern, Pädagogen und auch Bibliothekaren, den Kindern Angebote und Beratung zur Verfügung zu stellen, die vor allem qualitativ eine Alternative zu dem darstellen, was sie oftmals selbst kaufen. Eltern fühlen sich damit oft überfordert, Angebote von Bibliotheken werden daher sehr gerne angenommen.

Welche Lösungen können Sie als Bibliothek für diese Probleme anbieten?

Die Mitarbeiter der Bibliothek sind angehalten, sich weiter- und fortzubilden, sowie auch Experten in die Veranstaltungsarbeit einzubinden, z.B. Kinder Computer Schulen vor Ort in die Veranstaltungsarbeit einzubinden. Dies ist in Freiburg im Rahmen des Tommi geplant. Nicht zuletzt sollen auch die eignen Kompetenzen immer neu eingesetzt werden, durch die Einladung an die Zielgruppe selbst, bei Projekten mit zu machen, sie weiter zu entwickeln oder durch eigene Ideen erst an den Start zu bringen (z.B. Gamer Treff in Haslach). Ebenso sollten dabei Lehrer und Eltern ermuntert und aufgeklärt werden, sich mit den neuen Medien auseinanderzusetzen.

Welche Rolle haben Bibliotheken im Internetzeitalter?

Sie stellen grundsätzlich allen Menschen die Nutzung zur Verfügung, die sich selbst kein eigenes Internet leisten können oder wollen. Die Nutzung z.B. von Email oder eines Online-Bankkontos  ist mittlerweile fast unumgänglich. Zugleich ist das Internet ein Freizeitmedium, das inzwischen auch mobil in Bibliotheken erwartet wird. Ein freies WLAN steht in Freiburg in fast allen Zweigstellen zur Verfügung. Auch die Nutzung für die Recherche und Informationssuche von Schülerinnen und Schülern nimmt rasant zu und zugleich die in der Bibliothek erwartete Qualität der dafür notwendige Peripherietechnik, wie Drucker, Kopierer, Scanner usw.
 

Stadtteilbibliothek Haslach

Staudingerstr 10, 

79115 Freiburg im Breisgau
Tel.: +49761/201-2260/2212, Fax: +49761/201-2299, 
Internet : www.freiburg.de/stadtbibliothek


20.06.17