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Tommi Kindersoftwarepreis
Frankfurt: Stadtbücherei Frankfurt am Main/Bibliothekszentrum Sachsenhausen

Interview mit Roswitha Kopp:

"Voraussetzung zu kompetenter und erfolgreicher Internetnutzung sind Lese- und Schreibkompetenz. Hilfe beim Erwerb und deren Stärkung ist Kernauftrag von Bibliotheken. Bei der Fülle der Informationen im Internet, ist es wichtig Wesentliches von Unwesentlichem zu trennen, Quellen zu bewerten, Inhalte zu reflektieren und geeignete Informationen zu filtern."

Stellen Sie Ihre Bibliothek in Worten und Fakten vor.
Die Stadtbücherei Frankfurt ist ein modernes großstädtisches Bibliothekssystem mit der Zentralbibliothek im Herzen Frankfurts, 4 Bibliothekszentren in jeder Himmelsrichtung, der Zentralen Kinder- und Jugendbibliothek, 12 Stadtteilbibliotheken und der Fahrbibliothek mit
2 Bücherbussen. Die Schulbibliothekarische Arbeitsstelle der Stadtbücherei unterstützt über 100 Schulbibliotheken im ganzen Stadtgebiet. Mit Fortbildungsangeboten, Vorträgen, Workshops und verschiedenen Serviceleistungen trägt sie dazu bei, Schulbibliotheken in ganz Frankfurt zu kompetenten Medienzentren und schülerfreundlichen Orten zu machen.
620.000 Medien, vom klassischen Buch über DVD bis zum eBook, stehen den Frankfurtern in den öffentlichen Bibliotheken zur Ausleihe zur Verfügung. Neue Bibliothekstechnologie, moderne Räume, Professionalität und Kreativität zeichnen die Stadtbücherei und ihre MitarbeiterInnen aus. Neben der Bereitstellung und Vermittlung eines umfassenden Medienangebots und zahlreichen Veranstaltungen sind die aktive Vermittlung von Medienkompetenz und Leseförderung Schwerpunkte der Arbeit.

Welche Aktivitäten bietet Ihre Bibliothek an?
Mit einem breit gefächerten Angebot holt die Stadtbücherei schon die Jüngsten ins Bibliotheksboot. Hier eine kleine Auswahl der Aktionen für Kinder und Jugendliche:
*  BibStarter: Lese- Spiel- und Sprachförderung für Kinder ab 2 Jahren
*  LeseMinis und BücherBande: Literaturvermittlung mit kreativer Umsetzung für Kinder ab 4 Jahren
*  LeseZauber - mach was draus! Gruseln, Piraten, Detektive, in jedem Jahr gibt es Bücher zu einem anderen Schwerpunkt zu entdecken! 
*  JungeMedienJury: Hier sind unsere Medienexperten zwischen 13 und 16 Jahren gefragt: Unter 100 Neuerscheinungen wählen die Jugendlichen die besten Jugendbücher, Hörbücher, Comics & Mangas, Filme und Games. Begleitend zur Juryarbeit gibt es Ausflüge hinter die Kulissen der Hörfunk-, Film-, Buch- und Entwicklerbranche.
*  Bilderbuchkinos, Bibliothekseinführungen, Interneteinführungen, Veranstaltungen mit Tablet, App und Buch machen den Bibliotheksbesuch für Schulklassen und Kindergruppen zum Erlebnis!
* Bei der SchülerInfo gibt es kostenlose Hilfe rund um die Schule.
*  Ausstellungen, Autorenlesungen, Lesenächte u. v. m. sind immer wieder Highlights.
* Aktionen zum Internationalen Tag der Schulbibliothek: jedes Jahr neue Events in allen Frankfurter Schulen.
Auch Erwachsenen wird viel geboten: Mit Lesungen, Konzerten, Ausstellungen, Podiumsdiskussionen, Führungen u. v. m. ist die Stadtbücherei als kulturelle Einrichtung in Frankfurt präsent.

Haben Sie etwas Besonderes?
Die iPäd-Broschüre stellt Konzepte für den Einsatz von Tablet und Apps in den Öffentlichen Bibliotheken, in Schulbibliotheken, für Kindergruppen und Schulklassen vor. Mit ausführlichen Beschreibungen, Tipps und Aufzählung des benötigten Materials lädt die Broschüre zum Nachmachen ein. Beim "Letterheinz, dem Online-Spiel der Bibliotheken" kann jeder sein Wissen rund um Bibliotheken und die Stadtbücherei testen. Bei der Cliffhanger-Buchshow, unserem Blog, ist Kreativität gefragt: Hier kann jeder Jungautor eine Fortsetzung unserer Geschichte schreiben.
Die Stadtbücherei auf Facebook finden: Hintergründe, Medientipps, Kommentare: www.facebook.com/stadtbuecherei.frankfurt

Welche Rolle haben Ihrer Meinung nach Computer- und Konsolenspiele in der heutigen Kindheit?
Heutzutage gehen Kinder und Jugendliche ganz selbstverständlich mit den verschiedensten Medien um. Es existiert ein gleichberechtigtes Nebeneinander von Buch, CD, DVD, PC- und Konsolenspiele und Internetangeboten. Zur täglichen Freizeitgestaltung gehören Games, und Kinder und Jugendliche nutzen sie im Vergleich zu Erwachsenen vorbehaltlos.

Welche gängigen Probleme aus haben aus Ihrer Sicht haben Eltern und Pädagogen bei Computerspielen und Konsolenspielen?
Aus meiner Sicht ergeben sich viele Probleme für Eltern und Pädagogen daraus, dass sie im Vergleich zu Kindern und Jugendlichen nicht vertraut mit den Spielen sind, ihnen Spielinhalte und -funktionen fremd sind. Spiele, die einen großen Bekanntheitsgrad erreichen, sind zumeist solche, die aufgrund von Gewaltdarstellungen mit negativen Schlagzeilen in die Medien kommen (world of warcraft, grand theft auto). Auch unkontrollierter, zeitlich unbegrenzter Spielkonsum, der andere Freizeitgestaltung nicht zulässt und soziale Kompetenzen in den Hintergrund drängt, stößt bei Eltern und Pädagogen auf Kritik.

Welche Lösungen können Sie als Bibliothek für diese Probleme anbieten?
Bibliotheken als öffentliche Einrichtungen erreichen viele Menschen. Somit können wir gute Spiele bekannt machen und zur Ausleihe anbieten.
Wichtig ist auch, bei Erwachsenen eine positive Haltung gegenüber Computer- und Konsolenspiele zu erzeugen, indem Bibliotheken Spiele und deren Abspielgeräte anbieten und somit einen Einstieg ins Spielen ermöglichen. Über Projekte wie TOMMI und die JungeMedienJury können wir Kinder und Jugendliche anregen, sich über Games in der Gruppe auszutauschen und ihr eigenes Spielverhalten zu reflektieren. Auch über Vorträge und Podiumsdiskussionen in der Bibliothek können Vorbehalte abgebaut und positive Einstellungen erzeugt werden.

Welche Rolle haben Bibliotheken im Internetzeitalter?
Voraussetzung zu kompetenter und erfolgreicher Internetnutzung sind Lese- und Schreibkompetenz. Hilfe beim Erwerb und deren Stärkung ist Kernauftrag von Bibliotheken. Bei der Fülle der Informationen im Internet, ist es wichtig, Wesentliches von Unwesentlichem zu trennen, Quellen zu bewerten, Inhalte zu reflektieren und geeignete Informationen zu filtern. Bibliotheken unterstützen beim Erwerb der "information literacy".
Zudem bieten Bibliotheken verschiedene Medienarten, kostenlose Internetzugänge und eine technische Ausstattung, die nicht in allen Privathaushalten vorhanden sind. Somit ermöglichen sie Zugriff auf neue Technik und schaffen daher Chancengleichheit.

Welche Intention verfolgen Sie und Ihre Bibliothek als Partner beim TOMMI?
Mit der Teilnahme an TOMMI möchten wir den Fokus auf gute Software lenken und Kriterien für deren Bewertung an die Hand geben. Außerdem bieten wir damit Kindern und Jugendlichen mit ihrer Medienrealität und ihren Medienpräferenzen ein öffentliches Forum und nehmen sie mit ihrer Meinung ernst. Sie werden als Jurymitglied gefordert. Es geht hier nicht ums einfache Daddeln, sondern um eine intensive und kritische Auseinandersetzung.
Natürlich bedeutet die Teilnahme auch einen Imagegewinn für unsere Bibliothek: Wir können ein breiteres Angebot an Unterhaltungselektronik und mehr Spiele zur Verfügung stellen. Und wir erfüllen unseren Bildungsauftrag: Die Weiterentwicklung moderner Bibliotheksangebote und die Bereitstellung neuer Medien.
 
Ihre persönliche Vision von Kind und Computer?
Meine persönliche Vision sind Kinder als kompetente und kritische Computernutzer. Die kindliche bzw. jugendliche Freizeitgestaltung sollte ein Nebeneinander verschiedenster Aktivitäten sein: Von Sport über freies Spiel, Zusammensein mit Freunden bis zur Beschäftigung mit den verschiedenen Medien. Meine Vision schließt aber auch die Erwachsenen mit ein: Sie stehen neuen Kommunikationswegen und -formen offen gegenüber.

Das würden wir noch gerne sagen.
Wir sind in diesem Jahr zum sechsten Mal dabei und freuen uns immer wieder auf die TOMMI-Zeit!

Bibliothekszentrum Sachsenhausen   
Hedderichstr. 32
60594 Frankfurt am Main
Tel.: 069 - 212 3 39 58

Öffnungszeiten:
Mo, Mi, Fr    11 - 17 Uhr
Di, Do         13 - 19 Uhr
Sa              11 - 14 Uhr

Stadtbücherei Frankfurt a.M. im Internet

Stadtbücherei Frankfurt auf facebook


03.06.14