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Tommi Kindersoftwarepreis
Felix Geib, ZDF

"Spielt gemeinsam - egal ob mit Freunden, Eltern oder Geschwistern. Games können ein tolles Gemeinschaftserlebnis sein und nicht nur einsam im dunklen Zimmer gezockt werden."

Ihr erstes Computerspiel?

Auf dem ersten Game Boy habe ich Super Mario Land gespielt. Sicher eines der schlechteren Mario-Spiele und kein Meilenstein in der Geschichte der Videospiele, aber es hat ausgereicht, um meine Lust auf Computer- und Videospiele zu entfachen. In den folgenden Jahren habe ich vor allem Jump and Run-Spiele und Action-Adventure auf verschiedenen Konsolen gespielt. Mega Man, Lara Croft, Mario und Link aus der Zelda-Reihe flimmerten häufig über den Fernseher zuhause. Auch Sportspiele haben mich immer begeistert.

Wie hat sie das geprägt?

Spiele sind eine tolle Möglichkeiten, um in fremde Welten einzutauchen und diese auch wirklich zu erleben und mitzugestalten. Bücher und Filme schaffen das sicher auch. Aber nur beim Videospiel habe ich mein Schicksal oder das der Figur in der eigenen Hand. Vor allem geben Sie einem am Ende das Gefühl, etwas geleistet zu haben. Ich erinnere mich noch gut daran, wie Stolz es mich gemacht hat, den Abspann von Videospielen zu sehen, an deren Lösung ich teilweise mehrere Wochen gearbeitet hatte. Dieses Gefühl gibt einem das Ende eines Buchs oder der Filmabspann nicht.

Welchen Anteil nehmen Computer- und Konsolenspiele heute in ihrem Leben ein?

Heute ist das Spielen oft nur noch ein kleiner Pausenfüller zur Entspannung. Hier mal ein kleines Quiz auf dem Handy an der Bushaltestelle oder eine kurze Runde eines Knobelspiels. Auf der Konsole spiele ich nur noch ganz selten ein zwei Runden Fußball mit Freunden. Ein bis zwei Mal im Jahr wird auch das Super Nintendo nochmal angeschaltet, aber dass ich mich so richtig in einem Abenteuer-Spiel verliere, kommt leider nicht mehr vor.

Worin besteht zum einen die Faszination zum anderen die Qualität eines Spiele?

Ich glaube so richtig pauschal kann ich das gar nicht beantworten. Es muss einfach Spaß machen, Zeit mit dem Spiel zu verbringen und einen animieren weiterzuspielen. Ich glaube Aufmachung und Grafik sind nicht so wichtig, wenn das Spielprinzip stimmt. Tetris hat sicher keinen Preis für Special Effects verdient, aber einfach ein zeitloses Konzept. Die Qualität eines Spiels steht und fällt oft mit der Balance des Schwierigkeitsgrads. Ein Spiel sollte schon eine gewisse Herausforderung sein, um nicht zu langweilen. Ist es jedoch so schwer, dass man sich fast unfair behandelt fühlt, frustriert das schnell.

Was möchten sie Eltern mit auf den Weg geben?

Spiele sind nicht nur etwas für Kinder. Beschäftigt euch mit dem, was eure Kinder spielen. Für viele ist es auch Gesprächsthema in der Schule mit Freunden und ein großer Teil der Lebenswelt. Da schadet es nicht, über das ein oder andere aus der Welt der Spiele Bescheid zu wissen.

Was raten Sie den Kindern im Umgang mit Games?

Spielt gemeinsam - egal ob mit Freunden, Eltern oder Geschwistern. Games können ein tolles Gemeinschaftserlebnis sein und nicht nur einsam im dunklen Zimmer gezockt werden.

Welches Spiel müsste noch erfunden werden?

Da ich auch ein großer Fan von Sportspielen bin, finde ich dass einige Sportarten doch arg vernachlässigt werden. Ich fände zum Beispiel eine gute Handball-, Hockey- oder Volleyball-Simulation toll, die eine ähnlich gute Qualität wie moderne Fußball-Simulationen hat. Doch meist werden solche Spiele, wenn überhaupt, eher mäßig gut umgesetzt.

 


16.06.17