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Tommi Kindersoftwarepreis
Berlin: Stadtbibliotheken Berlin-Lichtenberg Anna-Seghers-Bibliothek, Anton-Saefkow-Bibliothek, Egon-Erwin-Kisch-Bibliothek, Bodo-Uhse-Bibliothek

Interview mit Corinna Eckert:

"Leider wird oft der Computer, die Spielkonsole oder der Fernseher als Babysitter "benutzt" ohne den Kindern andere Alternativen der Freizeitgestaltung aufzuzeigen. Das Größte für Kinder ist, wenn Mama und Papa mit ihnen spielen. Durch das gemeinsame Spielen bringen Sie ein soziales Element "ins Spiel" und fördern die soziale Kompetenz."
tellen Sie Ihre Bibliothek in Worten und Fakten vor:
Seit Oktober 1995 befindet sich die Anna-Seghers-Bibliothek im Linden-Center. Die Lichtenberger Bezirkszentralbibliothek war die erste Öffentliche Bibliothek, die deutschlandweit in einem Einkaufs-Center eröffnet wurde. Gemeinsam mit den Mittelpunktbibliotheken "Anton Saefkow", "Bodo Uhse" und "Egon Erwin Kisch" gestalten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an diesen vier Standorten lebendige und moderne Bibliotheksarbeit für die Bürgerinnen und Bürger von Lichtenberg. Es werden ca. 110.000 Medien angeboten - Bücher. Zeitungen und Zeitschriften, CDs, DVDs, elektronische, aber auch klassische Gesellschaftsspiele. Informationen aus Datenbanken können aktuell abgefragt und ausgedruckt werden. 574.961 Entleihungen wurden in 2010 getätigt.

Welche Aktivitäten bietet Ihre Bibliothek an?
Regelmäßig durchgeführte Kinderveranstaltungen, Lesungen, Konzerte, Informationsabende, aber auch Gesprächsrunden mit Persönlichkeiten der Zeitgeschichte oder bekannten Politikern erfreuen sich großer Beliebtheit. Die Bibliothek ist an sechs Tagen in der Woche bis zu elf Stunden geöffnet. 244.091 Besucher kamen 2010 in die Lichtenberger Bezirkszentralbibliothek - täglich mehr als 800.

Haben Sie etwas Besonderes?
Um den zahlreichen Einwohnerinnen und Einwohnern Lichtenbergs mit vietnamesischem und russischem Migrationshintergrund den Zugang zur Bibliothek zu erleichtern und sie bei Anmeldungen, Recherchen und der Suche nach Informationen zu unterstützen, wird seit 2008 die bibliothekarische Facharbeit durch drei muttersprachliche Mitarbeiterinnen unterstützt.

Welche Rolle haben Ihrer Meinung nach Computerspiele in der heutigen Kindheit?
Computer- und Konsolenspiele sind ein fester Bestandteil der heutigen Kinder-und Jugendkultur und schon längst nicht mehr wegzudenken. Es ist deshalb wichtig, Kinder mit dem Medium vertraut zu machen und ihre Medienkompetenz zu fördern. Zudem gibt es viele pädagogisch empfehlenswerte Spiele, mit denen das Lernen der Kinder und ihre Entwicklung gefördert werden können. Es ist erwiesen, dass Computer und Videospiele unter anderem die Reaktionsfähigkeit verbessern. Bei Kindern im Alter von drei bis fünf Jahren können durch Computer und Videospiele vor allem die Hand-Augen-Koordination und die Feinmotorik verbessert werden. Deshalb sollte es Kindern nicht verwehrt werden, Erfahrungen mit Computerspielen zu machen.

Welche gängigen Probleme haben aus Ihrer Sicht Eltern und Pädagogen bei Computer- und Konsolenspielen?
Die meisten Probleme entstehen, da sich Eltern und Pädagogen zu wenig mit den Spielen auseinandersetzen und die Spielzeit begrenzen. Leider wird oft der Computer, die Spielkonsole oder der Fernseher als Babysitter "benutzt" ohne den Kindern andere Alternativen der Freizeitgestaltung aufzuzeigen. Das Größte für Kinder ist, wenn Mama und Papa mit ihnen spielen. Durch das gemeinsame Spielen bringen Sie ein soziales Element "ins Spiel" und fördern die soziale Kompetenz. Die Kinder lernen, dass Computer und Konsolen in der Gemeinschaft viel mehr Spaß machen. Das Gemeinschaftserlebnis zählt. Andererseits wird auch über Suchtgefahren, die negative Auswirkung von Computerspielen auf den Schulerfolg und die Gefahr von Killerspielen berichtet. Eltern und Pädagogen stehen vor der schwierigen Frage, wie sie ihren Kindern den richtigen Umgang mit dem Medium Computer beibringen - und wie dieser aussieht.

Welche Lösungen können Sie für diese Probleme als Bibliothek anbieten?
Die öffentlichen Bibliotheken sind nicht nur reine Informationseinrichtungen, sie sind vor allem als öffentliche Bibliotheken gesellschaftliche Einrichtungen, Treffpunkte und ermöglichen jedermann den Zugang zu umfassender Information und Literatur. Im Internetzeitalter verknüpfen Bibliotheken Lese- und Medienkompetenz miteinander.

Welche Intentionen verfolgen Sie und Ihre Bibliothek als Partner beim TOMMI?
Mit dem TOMMI geben wir Kindern aktiv die Möglichkeiten der Mitsprache und Beteiligung und schaffen hiermit ein für sie spannendes Angebot.

Ihre persönliche Vision von Kind und Computer?
In der Zukunft sehe ich Kinder aller Schichten, egal welcher Herkunft, die verantwortungsbewusst und mit Spaß am Computer lernen und spielen. Die Kontakt zu anderen Kindern aus der ganzen Welt haben. Die mit einer Selbstverständlichkeit im Freien, sowie an der Spielekonsole gemeinsam mit Freunden oder den Eltern spielen.

Was Sie schon immer sagen wollten.
Ich finde diese Form der Partizipation für Kinder und Jugendliche ganz toll.
Es müsste noch mehr solcher Projekte für die Bibliotheken geben.
 

Stadtbibliothek Berlin-Lichtenberg (Anna-Seghers-Bibliothek)
Prerower Platz
213051 Berlin

und in folgenden Lichtenberger Bibliotheken:

Anton-Saefkow-Bibliothek
Egon-Erwin-Kisch-Bibloiothek
Bodo-Uhse-Bibliothek

Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag 9:00 - 20:00 Uhr,
Mittwoch 13:00 - 20:00 Uhr
Samstag 9:00 - 16:00 Uhr

 
Die Stadtbücherei Anna-Seghers-Bibliothek


03.06.14